Jetzt habe ich es doch verschwitzt, regelmäßig hier was zu schreiben.
Ja, der Irak ist ein multikulturelles, multiethnisches und multireligiöses Land. Aber die große Mehrheit ist muslimisch.
Wie demokratisch die Kultur eines Landes ist, zeigt sich, wie es mit Minderheiten umgeht. Das gilt bei den Muslimen in Europa oder Deutschland genauso wie für die Christen oder Yeziden im Irak.
Zugleich muss unterschieden werden zwischen dem Verhalten einer (stillen) Mehrheit und einer (lautstarken oder militanten) Minderheit. Was die unzweifelhaft vorhandene Verfolgung der Christen im Irak angeht, so geht diese von einer kleinen, aber radikalen Zahl von extremistischen Muslimen aus. Sie entführte und ermordete den Erzbischof von Mosul und manche Priester. Sie verübten in Bagdad am 1.11.2010 einen Anschlag auf die Kathedrale, wo 45 Menschen starben. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, wenn die Bewohner des kleinen christlichen Dorfes, das ich besuchte, keinerlei Zukunftaussichten für sich im Irak sahen, und das obwohl sie nicht in materieller Armut lebten.
Und trotz dieses Erlebnisses von Lethargie und Verzweiflung, gibt es immer auch ein gegenteiliges Beispiel. Sei es, dass in einer Stadt, nicht weit von dem erwähnten Dorf, ein interreligiöses und interethnisches Komitee (inklusive Bürgermeister) eingerichtet wurde, das bei Spannungen in der Stadt eingreift, damit sie nicht gewaltsam eskalieren. Drei von ihnen seht Ihr sitzend auf dem Bild.
Oder sei es der muslimische Universitätsdozent, der mit Studenten eine Gedenkfeier und -demonstration für den ermordeten Erzbischof veranstaltete.
Oder sei es, die Geschichte, die mein Freund, der Schauspieler Ali Kareem aus Bagdad erzählte. Kurz nach dem oben schon genannten Anschlag auf die Kathedrale in Bagdad ging der Muslim Ali Kareem zu der Gemeinde und schlug vor, das Geschehen in einem Doku-Theaterstück aufzuarbeiten. Nach Ablauf der Trauerzeit berichteten überlebende ZeugInnen des Anschlages über das Geschehen und gemeinsam mit Ali führten sie das so entstandene Stück in der Gemeinde auf. Und es hatte- so wurde es ihm zurückgemeldet - eine heilende, therapeutische Wirkung.
All dieses klingt so selbstverständlich, so banal wie der Kästner-Spruch "ES gibt nichts Gutes, außer man tut es", aber das ist es nicht.. Man muss über seinen Schatten springen, Grenzen überwinden, zunächst die eigenen, inneren, dann die äußeren. Es gibt manche, die das tun, und das sogar im Irak, das alle Welt mit Terror verbindet.
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In meiner Neujahrsbotschaft habe ich ein Gedicht
über den Irak geschrieben, genauer über Bilal, den Mäler aus Bagdad, der sich in seinem Land für Gewaltfreiheit einsetzt.
In Guatemala habe ich für meine
Diplomarbeit über die selbst organisierte Rückkehr von Flüchtlingen in ihre Heimat recherchiert.
Hallo,








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